ein bißchen mehr Sicherheit...

Ich möchte mir hier einige Anmerkungen  zu unserem Hobby bezüglich der Sicherheit im Umgang mit Werkzeugen und Chemikalien erlauben.

Manchmal kann es ja nicht schnell genug gehen. Man greift daher zu bekannten, aber auch unbekannten Hilfsmitteln. Unbekannt, weil sie nicht wirklich oder nur schwer von ihrer Reaktion her einzuschätzen sind.

Die Verwendung von Säuren wie Essigsäure und Salzsäure zum Freiätzen von Fossilien oder Laugen wie z.B. Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid zur Reinigung diverser Funde ist sehr hilfreich und erspart manche Stunde Handarbeit auf rein mechanischer Basis. Die weißen Plätzchen des allseits beliebten Toilettenreinigers "00" sind im Übrigen eine technische Variante des Natrium- oder Kaliumhydroxids und genau so schädlich für den menschlichen Körper.

Bei Anwendungen wie oben beschrieben, müssen die Augen und die Hände gut geschützt werden. Nackte Haut oder Schleimhaut an Mund und Rachenraum oder den Augen muß gut bedeckt werden. Man sollte sich auch gegen Dämpfe schützen, da beispielsweise die Dämpfe bei der Herstellung einer konzentrierten Laugenlösung sehr agressiv sind.
Hier schützt jahrelange Erfahrung bestimmt nicht und "Irgendwann... man mag es sich gar nicht vorstellen".

Aber nicht nur bei den oben beschrieben Tätigkeiten ist Vorsicht geboten. Wie schnell hat man sich doch in der Freude, etwas freilegen zu können, den Daumen mit schwerem Gerät demoliert. Gesteinssplitter, gerade hier im Norden beim Feuerstein, schneiden sich ganz schnell mal in die Haut oder gar ins Auge. Daher sind auch im Gelände Schutzbrille und Schutzhandschuhe vonnöten. Es sollte aber nicht die billigste Brille sein, da sie das Blickfeld durch minderwertige Qualität verzerren könnte und möglicherweise dem Aufschlagen von Gesteinssplittern nicht standhält.

Oft sind die Wege zurück zum Auto oder zur nächsten bewohnten Ansiedlung etwas länger. Daher ist eine kleine Dose mit  etwas Verbandmaterial (kleine Mullbinde, Pflaster, ein Desinfektionsmittel wie Kodan, Wundalbe) anzuraten.
Sinnvoll wäre es, sich eine kleine Ausrüstung durch eine Apotheke zusammenstellen zu lassen.

Die Anwendung exotischer Hilfsmittel, wie beispielsweise Schwefelsäure, Phosphorsäure, Essigester, Aceton, etc. ist nicht notwendig,  zu aufwendig und auch unnütz.  Meist kann eine von einem "Kumpel"angepriesene Chemikalie auch nicht richtig eingeschätzt werden.

(Und...damit es nicht zu langweilig wird...)
Hier ein kleiner Auszug aus dem Internet als Beispiel:

 Wissen Sie, was DHMO ist? Bei unserem Hobby wird diese chemische Verbindung sehr oft genutzt.

Dihydrogenmonoxid ist farblos, geruchlos, geschmacklos und tötet jedes Jahr tausende von Menschen. Die meisten dieser Todesfälle treten durch unbeabsichtigtes Inhalieren von DHMO ein. Dennoch sind die Gefahren von DHMO viel weitreichender. Fortgesetzter Kontakt mit seiner festen Form führt zu schwerem Gewebeschaden. Die Symptome von DHMO-Einnahme sind starkes Schwitzen und Urinieren, möglicherweise auch Sättigungsgefühle, Übelkeit, Erbrechen und Unregelmäßigkeiten der Körperelektrolytwerte. Für Abhängige bedeutet der DHMO-Entzug den sicheren Tod.

Dihydrogenmonoxid...

- ist auch bekannt als Hydroxylsäure und ist der Hauptbestandteil des sauren Regens.
- trägt zum "Treibhauseffekt" bei.
- kann schwere Verbrennungen verursachen.
- trägt zur Erosion natürlicher Landschaften bei.
- beschleunigt die Korrosion vieler Metalle.
- kann Versagen elektrischer Geräte verursachen.
- kann dazu beitragen, die Wirksamkeit von Automobilbremsen herabzusetzen.
- ist in Tumoren tödlich erkrankter Krebspatienten gefunden worden.

Verschmutzung erreicht epidemische Ausmaße

Dihydrogenmonoxid-Anteile sind in nahezu jedem deutschen Fluss oder See und auch in der Nordsee gefunden worden. Die Verschmutzung ist jedoch schon weltweit verbreitet, und die Substanz ist sogar im ewigen Eis der Antarktis nachgewiesen worden. DHMO war im vergangenen Jahr in Deutschland für Sachschäden in Höhe von Millionen von DM verantwortlich.

Trotz der Gefahr wird Dihydrogenmonoxid häufig verwendet:

- als Lösungs- und Kühlmittel in der Industrie
- sogar in Kernkraftwerken
- bei der Produktion von Styropor
- als Feuerhemmschutz
- bei vielen Arten von grausamen Tierversuchen
- bei der Verteilung von Pestiziden bleiben die Produkte von dieser Chemikalie verunreinigt
- als Zusatzstoff in vielen Arten von "Fast Food" und anderen Nahrungsmitteln

Deutsche Fabriken entsorgen überschüssiges DHMO in Flüsse, Seen oder die Meere, und es kann nichts getan werden, um sie davon abzuhalten, weil diese Vorgehensweise immer noch legal ist. Die Auswirkungen auf Flora und Fauna sind groß, und wir können es uns nicht länger leisten, dies zu ignorieren!

Sie sehen, man sollte sich vor jedem Gebrauch einer Substanz informieren und ihren Gebrauch der Situation anpassen.
                           

                                          verzeihen Sie mir den kleinen Scherz:  DHMO ist nur ein anderer Name für Wasser.

                              ...und achten Sie auf Ihren Nebenmann, es könnte sein, daß er dieses Pamphlet nicht gelesen hat !